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Ein Jahr Studium in Sydney
Im Januar 2011 bin ich nach Sydney geflogen, um den einjährigen Studiengang Master of Applied Science (Wildlife Health and Population Management) an der University of Sydney abzulegen. Ich war bereits vorher im Urlaub in Australien gewesen und war von den sehr freundlichen Leuten, der entspannte Lebensweise und der beeindruckenden Natur- und Tierwelt begeistert. Informationsphase Im Internet hatte ich den Studiengang entdeckt, der mich sehr angesprochen hat. Daraufhin habe ich zuerst den für das Fach zuständigen Hochschulkoordinator an der australischen Uni angeschrieben und meinen Fall geschildert, denn mein Studium war bereits einige Jahre her und nicht im gleichen Fachbereich. Allerdings hatte ich nach dem Studium praktische Qualifikationen erworben, nach deren Anerkennung ich erkundigt habe. Der Koordinator hat mir daraufhin gesagt, dass er meine Qualifikationen anerkennen und ich einen Platz bekommen würde, wenn ich mich bewerben sollte. Nach weiterer Recherche im Internet habe ich mich trotz des erfolgten Erstkontakts mit der Hochschule entschieden, mich über das Institut Ranke-Heinemann zu bewerben. Denn das brachte mir nur Vorteile und keine Kosten. Bewerbungsphase Zuerst habe ich einen IELTS Sprachtest abgelegt, da konnte man sich online für anmelden. Es gibt mehrere Testzentren auch in Deutschland. Da es einige Wochen dauert, bis man den Testtermin hat und dann das Ergebnis, ist es gut, sich frühzeitig darum zu kümmern. Man kann mehrere Adressen angeben, an die das Ergebnis geschickt werden soll. Unter anderem habe ich es gleich an das Institut Ranke-Heinemann schicken lassen. Das Institut Ranke-Heinemann prüft alle Unterlagen und erstellt Übersetzungen, und alles geht auch schneller, da der Versand nach und aus Australien elektronisch erfolgt. Zudem hatte ich deutsche Ansprechpartner für eventuelle Rückfragen. Das war alles sehr praktisch, und ich kann das Institut Ranke-Heinemann nur empfehlen. Meine Unterlagen hatte ich im ersten Quartal 2010 fertiggestellt und weitergeleitet. Nach einigen Wochen kam dann die Zusage! Dann konnte die Planung losgehen. Die Studiengebühren für das erste Semester müssen ausländische Studenten leider im voraus zahlen. Planung Mein Partner wollte mit mir nach Australien gehen. Da ich mich für einen Master-Studiengang einschreiben würde, hatte er die Möglichkeit, als Partner eine uneingeschränkte Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Dazu mußten wir nachweisen, dass man mindestens ein Jahr zusammen war. Das geht am besten, wenn man eine gemeinsame Wohnung, ein gemeinsames Bankkonto oder Versicherungen hat, aber Fotos, Briefe an beide, Reiseunterlagen auf beide, Kaufbelege auf beide bis hin zu Zeugenaussagen (auf englisch) sind auch etwas wert. Am besten ist es, vorab die aktuellen Bestimmungen und Nachweise online zu recherchieren und bei Unklarheiten notfalls die australische Botschaft in Berlin anzurufen. Diese Unterlagen zu besorgen kann einige Wochen dauern. Das haben wir begonnen, nachdem die Studienplatz-Zusage da war. Dazu hatten wir uns entschieden, unsere Wohnung in Deutschland aufzulösen. Daher gab es eine Menge zu erledigen: Wohnung ausmisten und kündigen, einen Platz zum Unterstellen der verbleibenden Habseligkeiten ausfindig machen, Jobs kündigen, Flüge buchen, Versicherungen kündigen bzw. neue abschließen. Für unser Visum war es notwendig, für uns beide eine australische Krankenversicherung abzuschließen. Die Pflicht-Versicherung hatte jedoch so Klauseln wie: Falls der australische Arzt es für möglich hält, dass die Krankheit, wegen der du zu ihm gehst schon vor Deiner Abreise bestanden hat, zahlt die Versicherung nicht. Daher haben wir uns zusätzlich nach deutschen Reisekrankenversicherungen erkundigt. Besonders gut erschien uns die DKV mit einem Tarif, der max. 3 Jahre gilt, und die Hanse-Merkur, die bis 5 Jahre gilt. Hier kommt es aufs Eintrittsalter an, was im Einzelfall günstiger ist, und die Klauseln unterscheiden sich zum Teil auch. Für das Visum hatte ich schon vorab geschaut, was ich alles an Unterlagen besorgen musste, damit ich alles zusammenhatte, wenn das Zeitfenster zur Beantragung anfing. Das ging ab Ende Oktober 2010. Ich habe problemlos online beantragt, und am nächsten Werktag war es durch. Wenn man es auf Papier beantragt, sollen nach Auskunft der Botschaft mehr Unterlagen verlangt werden, und es dauert auch wesentlich länger. Das Räumen der Wohnung und das Einlagern unserer Habseligkeiten Ende des Jahres war dann noch richtig stressig. Ankunft und erste Tage Für die erste Woche hatten wir ein Zimmer in einem Hostel gebucht. In der Regel gibt es bei Buchung für eine volle Woche einen Rabatt. In den ersten Wochen nach Ankunft kann man recht einfach unter Vorlage des Reisepasses ein Bankkonto eröffnen, später braucht man wesentlich mehr Unterlagen. Wir sind zur NAB gegangen, die bleibt auch kostenlos, wenn man kein Student mehr ist, und hat überall Geldautomaten in einem Verbundsystem. Dann sind wir erst mal zu der Uni-Stelle an der University of Sydney gegangen, die Hilfestellung bei der Unterkunftssuche gibt. Da konnten wir eine Datenbank einsehen und uns Tipps holen. Im Endeffekt haben wir aber über die Listen gesucht, die die zahllosen Makler vor ihren Filialen zum Mitnehmen bereithalten, und über ihre Internetseiten. Am besten ist es, sofort nach Erscheinen eines Inserats einen Besichtigungstermin auszumachen, so dass man möglichst der erste ist, der zuschlagen kann, wenn die Wohnung gefällt. Es ist sehr teuer, in Sydney zu wohnen. Die meisten Wohnungen in den Stadtteilen, die wir uns ausgesucht hatten, waren eher renovierungsbedürftig. Wir haben dann nach ein paar Tagen aber eine nette kleine Wohnung gefunden. Wenn man über einen Makler sucht, muss man sich auf die Wohnung bewerben und sehr viele private Informationen preisgeben. Es gibt eine Mindest-Punktzahl, die man erreichen muß. Dazu hatten wir auch eine englischsprachige Bescheinigung von unserem deutschen Vermieter mitgebracht, dass wir unsere Miete pünktlich gezahlt haben. Trotzdem hatten wir eigentlich nicht genug Punkte, da wir ja keine drei australischen Gehaltsabrechnungen und ähnliche Unterlagen hatten, aber der Makler hat uns trotzdem genommen, da sie sagten, dass generell mit europäischen Mietern gute Erfahrungen gemacht worden waren. Ich nehme an, dass das oft so läuft, denn diese Unterlagen kann man ja gar nicht so alle haben, wenn man gerade eingereist ist. Ungewohnt war, dass es hier nicht üblich bzw. sogar verboten ist, die Wohnung als Mieter zu renovieren, und man darf grundsätzlich noch nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen. Es gibt so Klebeknete („Blue-tack“), die sich zum Poster-Ankleben gut eignet und problemlos wieder abgeht. Die meisten Möbel haben wir ei Ikea gekauft, aber man findet mit etwas Glück auch bei Salvo’s etwas, günstige Möbel aus zweiter Hand. Uni-Leben Ende Februar hat mein erstes Semester begonnen. Meine Kurse waren angenehm klein mit zwischen 10-14 Teilnehmern. Die meisten in meinem Kurs waren Australier oder aus anderen englischsprachigen Ländern. Mein Studiengang hat viele praktischen Teile, was mit ein Grund war, ihn zu wählen. Die Lehrenden wollten alle mit ihrem Vornamen angeredet werden, und auch der berühmteste Professor in meinem Kurs war sehr natürlich und locker. Die Bibliothek war ausgezeichnet ausgestattet, und was nicht vor Ort oder online zur Verfügung war, konnte ich als Postgraduate-Studentin kostenlos besorgen lassen. Neben den Kursen gab es ein umfangreiches Freizeitangebot. Auf dem Campus und in Uni-Nähe sind Sportstudios, es gibt über 200 Uni-Clubs, für jeden Geschmack etwas: vom Tauchen-Lernen oder Höhlenklettern zum Kochen und Jonglieren. Allerdings muss man, um einem oder beliebig vielen Uni-Clubs beitreten zu können, Mitglied in der Studentenorganisation werden, was für zwei Semester um die 120 Dollar gekostet hat. Mir hat das Studium viel Spaß gemacht, und es gibt mehr interessante Freizeitmöglichkeiten als wir wahrnehmen können. Fazit Insgesamt gefällt es uns in Sydney sehr gut, und mein Studiengang hat mir sehr viel Wissen, praktische Kenntnisse und Kontakte gebracht. Die Lebenshaltungskosten sind durch den zur Zeit (November 2011) sehr ungünstigen Umrechnungskurs allerdings sehr teuer.
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Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat! | ||||||||||||||||||||||||||
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