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Vorbereitungen und Ankunft
Nach dem Erhalt des Offer Letter müssen die Studiengebühren von AUD 9.500 überwiesen werden, um eingeschrieben zu werden. Das war etwas umständlich, da die UQ nur Zahlungen mit Kreditkarte (monatliches Limit beachten!) oder per telegrafischer Überweisung (sehr teuer, kompliziert, Mitarbeiter der Sparkasse wussten teilweise nicht, was das ist) akzeptiert. Ebenso muss man sich um den Reisepass und das Visum kümmern. Die Beantragung des Visums ist sehr unkompliziert und erfolgt online. Ich hatte mein Visum am Abend beantragt und bereits am nächsten Mittag erhalten. Das Visum wird elektronisch gespeichert, man muss seinen Reisepass also nicht einschicken, kann das aber tun, falls man gerne das Visum explizit in den Reisepass eingeklebt haben möchte. Um in Australien günstig an Geld zu kommen, habe ich mir ein Konto mit einer Kreditkarte bei der DKB geholt. Das Konto ist ein reines Onlinekonto und inklusive Kreditkarte kostenlos. Man kann damit auf der ganzen Welt an allen Geldautomaten, die Visakarten akzeptieren, kostenlos Geld abheben. Für den Flug habe ich mir über die Ranke-Heinemann Homepage ein Angebot von STA Travel machen lassen. STA Travel hat sehr gute Preise für Studenten, sodass ich für meinen Hin- und Rückflug mit Emirates nur knapp € 900 bezahlt habe. Ich kann dabei nur empfehlen, eine etwas gehobenere Airline wie Emirates zu wählen, aus mehreren Gründen: Emirates sind sehr kulant, was die Gepäckgrenze angeht. Erlaubt waren mir 30 kg, ich habe beim Hinflug aber 33 kg ohne Probleme eingecheckt und beim Rückflug mit ein bisschen Diskutieren 36,9 kg. Außerdem ist der Flug sehr anstrengend, da man über 20 Stunden unterwegs ist. Da ist es besser erträglich, wenn man Filme sehen kann (die leider teilweise kaputtgeschnitten sind), einen bequemen Sitz hat und gutes Essen serviert bekommt. Die Wahl des Flugtermins war etwas schwer, da das Semester 1 in Australien anfängt, wenn das Wintersemester in Deutschland in der Regel gerade erst aufgehört hat, man sollte also unbedingt Prüfungstermine beachten und bei Bedarf versuchen, Ersatztermine mit den Dozenten auszuhandeln. Das hat bei mir sehr gut geklappt, meistens haben die Dozenten schon von vornherein gesagt „Ich möchte nicht derjenige sein, der Ihnen Ihr Auslandssemester verbaut.“ In Brisbane angekommen wird man von einem sehr netten Fahrer der UQ abgeholt und zu seiner Unterkunft gefahren, was die Ankunft unglaublich angenehmer gestaltet. Ich hatte eine temporäre Unterkunft für eine Woche und habe mich erst in Brisbane auf die Suche nach einer Wohnung gemacht. Man sollte auf keinen Fall von Deutschland aus ein Zimmer mieten (außer an den Colleges der Uni), da die Beschreibungen im Internet leider sehr oft weit entfernt von der Realität sind. Manche angebotenen Zimmer wären in Deutschland bestenfalls eine Abstellkammer. Das Leben in Brisbane Das erste, worum ich mich in Brisbane also kümmern musste, war ein Zimmer. Die UQ stellt hierfür eine eigene Onlinedatenbank für Inserate bereit und bietet während der Orientation Week (O-Week, die Woche vor Vorlesungsbeginn) zahlreiche Kurse zum Thema „Wohnung finden“ und „Australisches Mietrecht“ an. Diese sollte man auf jeden Fall besuchen, da in Australien einiges anders abläuft als in Deutschland. So wird ein Makler zum Beispiel vom Vermieter anstatt vom Mieter bezahlt, sodass sich dieser Weg auf jeden Fall lohnt, falls man eine ganze Wohnung sucht. Für die Zimmersuche hat mir und jedem, den ich kennengelernt habe, eine Woche vollkommen gereicht. Die Preislage ist in Brisbane leider sehr hoch und liegt bei AUD 130 bis AUD 200 pro Woche. Die Lebenshaltungskosten sind leider im Moment, da der Euro recht schwach ist, im Vergleich zu Deutschland auch sehr hoch. Dem kann man ein bisschen entgegensteuern, wenn man weiß, dass in Australien einige Dinge anders funktionieren als in Deutschland: Obst und Gemüse sind auf den Märkten weitaus günstiger als im Supermarkt. Im Supermarkt kann man auch ein bisschen Geld sparen, wenn man, statt abgepacktes Fleisch zu kaufen, zur Fleischtheke geht und beim Metzger ist es sogar noch ein bisschen günstiger. Milchprodukte sind im Allgemeinen sehr teuer. Ich habe im Stadtteil Dutton Park gewohnt, der den perfekten Kompromiss zwischen Nähe zur Uni und Nähe zur Innenstadt bot. Die Großstädte in Australien unterscheiden sich sehr von anderen auf der Welt, da sie immer in die Weite gezogen sind, anstatt in die Höhe. Sobald man aus der Innenstadt und in die „Suburbs“ kommt, fühlt man sich wie in der Vorstadt. Besonders beliebt bei den meisten Studenten sind neben St. Lucia (dort befindet sich auch der Hauptcampus) Toowong, Indooroopilly, Dutton Park, Highgate Hill und West End. Zum Ausgehen eignen sich West End (ein bisschen „alternativ“) und Fortitude Valley („The Valley“) am besten. Ein besonderes Highlight ist auch der künstlich angelegte Strand in Southbank und die vielen Cafes und Bars in der Umgebung. In West End befindet sich auch das günstigste Kino, für Studenten kostet ein normaler Film nur ca. 5$, ein 3D-Film 10$. Mit dem Studentenvisum kann man auch arbeiten, falls man aber nur ein Semester in Australien verbringt, würde ich davon abraten, da man nur dann seine Steuern zurückbekommt, falls man mindestens ein Jahr in Australien ist. Die University of Queensland Die UQ besteht aus 3 Campi, mein Studium fand auf dem Hauptcampus in St. Lucia statt. Das Gelände ist sehr schön, mit sehr viel Grün und 3 großen Seen, an denen man ein paar freie Stunden gut verbringen kann. Zum Campus gehören auch zahlreiche Sportanlagen, die von UQ Sport betrieben werden. Der Unisport ist mit dem in Deutschland nicht zu vergleichen und um Längen teurer. Ich habe mich für einen Group-Fitness-Pass entschieden, der für 10 Stunden ca. 100$ kostet. Da ich ihn während der O-Week gekauft habe, habe ich 20 Stunden für den Preis von 10 bekommen. Neben dem Fitness-Centre gibt es auch verschiedene Clubs für die verschiedensten Sportarten, die meistens so um die 40 – 60$ pro Semester kosten. Empfehlen kann ich hier den Wakeboarding-Club, ich war zwar kein Mitglied, habe es aber mal ausprobiert. Während der O-Week werden alle neuen Studenten sehr gut an die Hand genommen, es gibt zu allem erdenklichem Vorträge und Führungen. Daher würde ich jedem empfehlen, unbedingt dort hinzugehen. Dabei kann man auch noch Vertreter der Institute zu verschiedenen Vorlesungen befragen, falls man seine Kurswahl noch mal überdenken möchte. In Australien ist es üblich, „nur“ 4 Vorlesungen zu hören. Das sollte man aber auf gar keinen Fall unterschätzen, da der Arbeitsaufwand pro Vorlesung unvergleichbar höher ist als in Deutschland. Ich habe folgende Vorlesungen belegt: Australia’s Marine Environment, Mathematical Biology, The Software Process, Introduction to Research. Australia’s Marine Environment ist eine Vorlesung, die sozusagen auf die internationalen Studenten zugeschnitten ist und auch ausschließlich von solchen aller möglichen Fachrichtungen gehört wird. Dazu gehören auch zwei unvergesslich tolle Field Trips nach North Stradbroke und Heron Island, die zwar recht teuer sind (300$ und 600$), die man sich aber auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte! In Mathematical Biology ging es hauptsächlich um das Modellieren von Neuronen und deren Verhalten. Für die Vorlesung sollte man Vorkenntnisse in Matlab und gute Kenntnisse von Differentialgleichungen haben. Jede Woche müssen Übungsserien mit Matlab bearbeitet werden, die dann auch benotet werden und jeweils 5% der Endnote ausmachen. In The Software Process geht es hauptsächlich um Risiken und Qualitätssicherung im Software Engineering. Hierfür sind Vorkenntnisse von UML-Diagrammen haben. Programmieren muss man nicht können, da es sich dabei um eine rein theoretische Vorlesung handelt, in der man 3 Assignments in Gruppen und einen individuellen Essay abgeben muss. Die Klausur ist dafür kinderleicht, sobald man die Klausuren aus den Vorjahren beherrscht. Die Interessanteste Vorlesung war Introduction to Research, da es sich hierbei nicht um eine klassische Vorlesung handelt, sondern ein Forschungsprojekt, das man sich selbst organisieren muss. Dafür reicht es in der Regel, sich eine Arbeitsgruppe auszusuchen und den Leiter nett per Email anzuschreiben. Am Ende des Projekts muss man ein Poster erstellen und dieses auch präsentieren, was eine besonders gute Vorbereitung für spätere Arbeiten darstellt. Um ganz leicht Anschluss an andere Studenten zu bekommen, empfehle ich übrigens die QUEST-Society. Dabei handelt es sich um einen Club für internationale Studenten und auch australische, die sich für internationale Studenten oder ein Auslandssemester interessieren. Neben wöchentlichen Treffen werden auch immer Ausflüge und diverse Partys angeboten. Der Club war für mich die beste Möglichkeit, Leute kennenzulernen und Freunde zu finden. Nach dem Semester Nach dem Semester (das übrigens viel schneller vorbei ist, als man sich vorstellt), stehen für die meisten Studenten Reisen an. Man kann allerdings auch schon gut während des Semesters herumreisen, da man öfters mal ein langes Wochenende bekommt, falls ein Feiertag auf ein Wochenende fällt (dann ist der kommende Montag frei). Neben Sydney und Melbourne ist auf jeden Fall die Ostküste bis nach Cairns ein absolutes Muss. Hier bieten sich Tauchen am Great Barrier Reef und alle möglichen anderen Wassersportarten an. Sobald man innerhalb Australiens ca. 1000km oder mehr reist (was sehr schnell vorkommt), ist es immer am günstigsten und bequemsten, zu fliegen. Für sogenannte „Domestic Flights“ gelten auch die Sicherheitsbestimmungen für Flüssigkeiten nicht. Insgesamt werden solche Flüge generell viel lockerer gehandhabt, so ist es mir sogar passiert, dass ich von Brisbane nach Sydney geflogen bin, ohne, dass sich jemals jemand für meinen Pass interessiert hätte. Am empfehlenswertesten sind hierfür die Billig-Airlines JetStar und Tiger Airways. Für kürzere Strecken kann ich den Greyhound Bus empfehlen. Insgesamt habe ich mir 3 Monate Zeit gegeben, um Neuseeland zu bereisen (2 Wochen), mit meinen Freunden nach Melbourne zu fahren (10 Tage) und eine große Rundreise zu veranstalten (2 Monate): An der Ostküste entlang nach Cairns, mit dem Flugzeug nach Darwin, mit dem Zug nach Alice Springs, wieder mit dem Zug nach Adelaide und schließlich mit dem Flieger zurück nach Brisbane. Mein Aufenthalt in Neuseeland war neben den tollen Erlebnissen auch noch ungemein praktisch, da ich unmittelbar vor Ablauf des Studentenvisums dorthin gereist bin. So konnte ich von Neuseeland aus das kostenlose eVisitor-Visum für die restliche Zeit in Australien beantragen, anstatt eine teure Verlängerung des Visums mit Ämter-Rennerei beantragen zu müssen. Fazit Mein Auslandssemester in Australien zu absolvieren war meiner Meinung nach eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Australien ist ein unglaublich tolles und vielseitiges Land (immerhin ist es fast doppelt so groß wie Europa), in dem es nie langweilig wird. Etwas schade ist nur, dass es relativ schwer ist, wirklich Australier kennenzulernen, meistens lernt man doch eher andere internationale Studenten kennen, falls man nicht mit Australiern zusammen wohnt. Die UQ an sich ist ohne Zweifel wirklich eine der besten Universitäten in Australien und lässt auch keine Gelegenheit aus, einen das wissen zu lassen. Man wird als Neuling sehr gut an die Hand genommen, sodass der Start am anderen Ende der Welt so einfach wie möglich wird. Ich kann also abschließend nur jedem empfehlen, sein Auslandssemester in Australien und besonders an der University of Queensland zu absolvieren.
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Gute Gründe für eine Studienplatzbewerbung über unser Sekretariat! | ||||||||||||||||||||||||||
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