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Australien – ein faszinierendes Land

Bereits zu meinem Studienbeginn stand für mich fest, dass ich unbedingt ein Auslandssemester absolvieren wollte. Der Großteil der Studenten an meiner Heimatuniversität verlässt sich hierbei auf das Erasmus-Programm. Für mich war das zu sehr mainstream, so dass ich nach einer Alternative suchte. Bei Ranke-Heinemann fand ich diese: Australien, ein Land, dass mich immer schon faszinierte, ich aber noch nicht bereist hatte. Die Möglichkeit dorthin im Rahmen meines BWL-Studiums zu kommen bot sich geradezu an.

Vorbereitung
Nachdem die Bewerbung an der Griffith University durch war und ich meinen Studienplatz für das Auslandssemester hatte ging es ans Planen:

Wohnungssuche
Diese gestaltete sich deutlich schwieriger als ich mir gedacht hatte. Auf diversen Internetseiten für Wohnungsangeboten in Brisbane habe ich versucht eine Bleibe für meine 5 Monate zu finden. Dies ist aber quasi kaum machbar, da die Fotos im Regelfall recht schlecht bzw. beschönigend gemacht wurden. Eine Wohnung vorher zu finden ist ein Glücksgriff. Die meisten Kommilitonen, die ich getroffen habe, haben in den ersten Wochen nach einer Wohnung vor Ort gesucht.
Nach ein paar Wochen Recherche im Internet kam dann der Glücksfall für mich: Ein Bekannter vermittelte mich an ein australisches Ehepaar – Einwanderer aus Südafrika. Diese erklärten sich sofort bereit mich sogar für die gesamte Zeit meines Studiums bei sich aufzunehmen. Das größte Problem – eine Bleibe – war damit erledigt.
Tipp: Kangaroo Point bietet für Studenten einige Wohnungen (in Hochhäusern). Diese sind im Regelfall recht neu und gut in Schuss. Die Verkehrsanbindung zur Uni ist auch sehr gut.

Packen - Was braucht man für 5 Monate?
Das war wieder eine gute Frage. Wichtig, was man für Brisbane im dortigen Wintersemester nicht vergessen sollte – einen Regenschirm. Gerade zu Beginn, Anfang März, hat es sehr viel geregnet.
Tipp: Flug mit Emirates, da man hier 30kg mitnehmen darf – und die braucht man; spätestens auf dem Rückflug.

Ankunft
Abgeholt vom Flughafen habe ich erst einmal eine Stadtrundfahrt in Brisbane bekommen. Eine sehr schöne Stadt, die viel bietet. Von Einkaufsmöglichkeiten, über ein Casino zu zahlreichen Bars und Restaurants und natürlich das Fortitude Valley – abends das Partyareal mit zahlreichen Clubs und Bars. Die Stadt hat sehr viel Charme, der gerade durch den Fluss versprüht wird.

Fortbewegung
Nächste Sache war mir eine Karte für den öffentlichen Nahverkehr zu besorgen. Dieser ist recht gut ausgebaut. Jedoch kann man diesen nicht mit europäischen, geschweige denn Münchner Maßstäben vergleichen. Es gibt einige Bahnlinien und zusätzlich hauptsächlich Busse und natürlich die City-Cat.
Die Gesellschaft – Translink – bietet für Studenten Vergünstigungen, sogenannte „Concession-Tickets“ an. Man sollte sich gleich zu Beginn eine Concession-Card besorgen (an allen Schaltern von Translink möglich). Diese kann man mühelos an allen Fahrkartenautomaten aufladen. Zum Nutzen muss man einfach vor dem Ein- und beim/nach dem Aussteigen die Karte „on and off touchen“.
Da ich in einem Vorort von Brisbane gewohnt habe und von der Bahn in den Bus umsteigen musste, um an die Uni zu gelangen, hat die Fahrt zur Uni allerdings recht lange gedauert; die Abstimmung von Bahn auf Bus ist nicht gerade ideal. Wenn man jedoch in der Stadt wohnt ist die Verbindung zum Campus recht gut; vom Stadtzentrum ist man mit dem Bus etwa 15 Minuten unterwegs.
Aufgrund des langen Fahrtweges mit den Öffentlichen habe ich mit nach einem Monat ein Auto zugelegt. Dies sollte man sich ernsthaft überlegen, da man in Australien (außer im Stadtzentrum) geradezu aufgeschmissen ist. Die Entfernungen sind einfach zu weit und wenn man neben dem Studium auch etwas vom Land selbst sehen will, sollte man diese Investition tätigen. Am Besten sollte man versuchen ein Auto „von Privat“ zu kaufen, da das die deutlich günstigere Variante ist. Für 2.000-3.000 AU$ bekommt man dabei auch einen passablen fahrbaren Untersatz.

Lebenshaltungskosten
Meine Miete habe ich mit der bekannten Familie selbst ausgehandelt. Man sollte jedoch mit etwa 600 AU$ pro Monat rechnen. Gezahlt wird übrigens wöchentlich. Die Lebensmittelpreise sind verglichen mit Deutschland um Einiges höher. Für seinen ersten Einkauf (nur das Nötigste) kann man gleich mal mit etwa 200 AU$ rechnen. Das war für mich die größte Überraschung/ Schock. Restaurants sind ebenfalls nicht gerade günstig. In einem für deutsche Verhältnisse „normalen“ Restaurant kostet ein Hauptgang schnell einmal 25-30 AU$. Tipp: Gerade asiatische Restaurants sind hier jedoch billiger, man findet sie überall und das Essen ist sehr, sehr lecker. Die Preise des öffentlichen Nahverkehrs sind ok, sofern man mit einem concession-ticket fährt. Recht teuer sind allerdings Übernachtungen und allgemein Reisen innerhalb Australiens, wenn man Hotels und Motels gegenüber Camping-Plätzen vorzieht.
Insgesamt kann man sagen, dass die Lebenshaltung ähnlich wie in München sind, was die Mieten anbelangt, aber teurer, was Lebensmittel und Reisen betrifft.
Man sollte grob mit etwa 1.200 AU$ je Monat rechnen (inklusive Miete, Lebensmittel und Fortbewegung)

Griffith University – Nathan Campus
Am ersten Tag an der Uni war ich ein wenig verloren. Aufgrund von Klausuren in Deutschland habe ich die Orientation verpasst und somit die Einführung an der Uni. Nachdem ich mein Briefing im International Students Office erhalten hatte, habe ich mich auf Erkundung durch den Campus gemacht. Da Australier aber von Haus aus sehr hilfsbereit sind, war das gar kein Problem. Man kann einfach jeden fragen und sie nehmen sich wirklich auch gleich Zeit und helfen einem. Zu meinem Glück habe ich einen Kanadier kennengelernt, der mich auf dem Campus herumgeführt und mir alles Wichtigste gezeigt hat. Die Vorlesungsräume sind recht großzügig gestaltet und modern eingerichtet. Sehr gute Bedingungen.

Vorlesungen
Ich habe 4 Vorlesungen besucht (das ist dasr normale work-load und gut machbar): International Relations, Introduction to International Business, International Trade & Competition und International Business Ethics & Corporate Governance. Alle vier Vorlesungen kann ich nur empfehlen. Jedoch ist darauf zu achten, dass sehr viele lecturer keine Australier sind, sondern überwiegend aus Asien stammen. Dies führt selbst für Englisch-muttersprachler zu Verständigungsproblemen. Australier mit denen ich Vorlesungen bei einem Südkoreaner und einem Bangladeschi besucht habe, klagten über Probleme diese zu verstehen. Auf der anderen Seite ist das Verhältnis viel lockerer. Auch in BWL kommen die lecturer in Shorts, T-Shirt und Turnschuhen. Sie nehmen sich außerdem immer Zeit, wenn man Fragen oder sonstige Probleme hat. Ein ganz großes Plus im Vergleich zu Deutschland.
Zu jeder Vorlesung wird einem empfohlen die Bücher zu kaufen – die Bibliotheken haben im Regelfall nicht mehr als 1-3 Exemplare, so dass hier praktisch keine Chance besteht eines für zu Hause zu leihen. Da die Preise jedoch mit ca. 100 AU$ je Buch ziemlich hoch sind, habe ich mir nur ein Buch gekauft. Tipp: Wer nicht 400 AU$ am Anfang des Semesters ausgeben will/ kann: In der Bibliothek gibt es einen Bereich mit Präsenzbestand; hier kann man sich Bücher für 2h ausleihen. Falls ein Buch nicht vorhanden sein sollte, einfach zum lecturer gehen und ihn bitten eines anzufordern. Das machen sie gerne.
Die Vorlesungen sind im Ablauf auch anders als in Deutschland: Es gibt nicht das typische final exam, sondern die Note gliedert sich in mehrere Bestandteile auf. In jedem subject schreibt man ein mid-term und ein final exam. Zusätzlich dazu gibt es während des Semesters presentations und essays, die anzufertigen sind. Eine Note gliedert sich somit in 3-4 Bestandteile auf. Dies bedeutet mehr Aufwand während des Semesters, jedoch auch eine größere Streuung des Risikos, so dass die Note nicht nur von einer Klausur abhängt.
Aus meiner Sicht ist durch den höheren Aufwand damit insgesamt das Niveau ziemlich vergleichbar mit dem in Deutschland. Für gute Noten muss man wirklich etwas tun.

Brisbane und „Umgebung“
Brisbane selbst bietet einige Sehenswürdigkeiten. Neben Mount Coot-tha darf man sich eine Fahrt mit der City-Cat nicht entgehen lassen. Außerdem natürlich Southbank, Queensstreet usw. Tipp: Alle paar Wochen findet im Convention Center eine Einbürgerung für „Neu-Australier“ statt. Jeder kann dort hingehen. Es dauert ca. 2h, ist aber sehr interssant und zusätzlich tanzen auch noch Aborigines auf der Bühne – etwas wofür man bei einer Show oder Ähnlichem viel Geld zahlen muss.
Man sollte auf alle Fälle die Wochenenden nutzen, um die „Umgebung“ zu erkunden. Ausflüge nach Surfers Paradise (ca. 1h entfernt), Tamborine Mountains (ca. 1h), Springbrook National Park (ca. 2h), Byron Bay (ca. 2,5h), Stradbroke Island (ca. 1h) Noosa (ca. 2,5 h) und die Eumundi Markets (Mi und Sa) sind dabei nur einige Ziele in der Umgebung, die man besucht haben sollte.

Trips
Im Wintersemester (Semester I) bietet sich das Easter-Break (1 Woche frei um Ostern) für einen Flug in eine andere Stadt an. Ich bin nach Sydney geflogen – muss man unbedingt gesehen haben. Eine tolle Stadt.
Nach Abschluss des Semesters bin ich mit dem Auto die Ostküste entlang nach Cairns gefahren. Eine tolle Strecke und dabei speziell die Stopps in Hervey Bay (next to Frasier Island), Airlie Beach (Trip to Whitsunday Islands ist Pflicht!!!) und Cairns mit den nördlichen Stränden. Absolut eine Reise wert!
Leider habe ich es nicht geschafft nach Melbourne, Adelaide und New Zealand zu fliegen. Dies bietet mir jedoch die Möglichkeit noch einmal zurückzukommen – und das werde ich mit Sicherheit auch machen – Australien ist einfach wunderschön und New Zealand nach Berichten und Bilder von Kommilitonen zu urteilen erst recht.
Australia, I’ll be back!!!

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